INFORMATIONEN ÜBER DIE BILDUNG VON AUSLÄNDERN IM POLNISCHEN BILDUNGSSYSTEM

 

Ausländer erhalten die Ausbildung und Betreuung in allen Arten von öffentlichen Kindergärten und Schulen bis zum Alter von 18 Jahren oder nach Abschluss des Gymnasiums / der Sekundärstufe zu Bedingungen, die für polnische Staatsbürger gelten.
 

An Lehre in öffentlichen Schulen für Erwachsenen, in öffentlichen post-sekundären Schulen, öffentlichen Kunstschulen, öffentlichen Lehreinrichtungen und öffentlichen Schulen für Sozialpersonal sowie an Bildung an professionellen Weiterbildungkursen nehmen sie teil zu Bedingungen, die für polnische Staatsbürger gelten, u. das sind:


1) Bürger der übrigen 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, Bürger der Mitgliedstaaten der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) - Vertragsparteien des Europäischen Wirtschaftsraums (Island, Liechtenstein, Norwegen) und die Schweizerische Eidgenossenschaft sowie deren Familienangehörige, die das Aufenthaltsrecht oder das Recht auf Daueraufenthalt haben;
2) Personen polnischer Herkunft im Sinne der Bestimmungen über die Repatriierung;
3) Personen, die auf dem Gebiet der Republik Polen folgendes gewährt wurde:
- unbefristete Aufenthaltserlaubnis;
- subsidiärer Schutz als auch Mitglieder deren Familien;
- Zustimmung für geduldeten Aufenthalt;
- Aufenthaltsgenehmigungen aus humanitären Gründen und ihre Familienangehörigen;
- vorübergehender Schutz;
- EU-Aufenthaltsgenehmigung für langfristig Aufenthaltsberechtigte;
- befristete Aufenthaltserlaubnis im Zusammenhang mit dem in Art. 127, Art. 159 Absatz 1,Art. 176 oder Art. 186 Abs. 1 Punkt 3 oder 4 des Gesetzes vom 12. Dezember 2013 über Ausländer (Gesetzblatt, Punkt 1650);
4) Personen, denen ein Flüchtlingsstatus zuerkannt wurde, und deren Familienangehörige;
5) Familienmitglieder von Personen, die den Flüchtlingsstatus beantragen;
6) Personen mit einer gültigen "Karta Polaka" (Greencard);
7) Personen, für die ein solcher Anspruch aus internationalen Vereinbarungen resultiert;
8) Personen, die eine Aufenthaltskarte mit dem Vermerk "Zugang zum Arbeitsmarkt" haben, ein Schengen-Visum oder ein nationales Visum, dass auf dem polnischen Territorium zu arbeiten erlaubt;
9) Stipendianten, die ein Stipendium vom Minister für Nationale Bildung, vom Schulverwaltungsorgan oder vom Schulleiter erhielten.

Angesichts der Vorschrift Art. 165 Absatz 5 des Gesetzes - Bildungsgesetz, andere - nicht im Absatz 3 erwähnte Ausländer dürfen an Lehre in öffentlichen Schulen für Erwachsenen, in öffentlichen post-sekundären Schulen, öffentlichen Kunstschulen, öffentlichen Lehreinrichtungen und öffentlichen Schulen für Sozialpersonal sowie an Bildung an professionellen Weiterbildungkursen zu Entgeltbedingungen teilnehmen. 
 


Die Höhe der Zahlung und die Art der Zahlung, unter Berücksichtigung der voraussichtlichen Kosten der Ausbildung und die Möglichkeit einer vollständigen oder teilweisen Befreiung von dieser Zahlung wird vom Schulverwaltungsorgan bestimmt.

 

 

Ausländer werden aufgrund von Dokumenten in die Schulen aufgenommen, ohne dass sie

nostrifiziert werden müssen. Eine Ausnahme bilden die postsekundären Schulen, wo die Aufnahmebedingung die mittlere Ausbildung (Absolvierung der Oberschule) ist.

Ein ausländisches Zeugnis, das den Sekundärschulabschluss bestätigt, kann in Polen aufgrund des Gesetzes oder der Entscheidung des Schulinspektors anerkannt werden. Detaillierte Informationen finden Sie unter Website.

Direktor einer öffentlichen Schule kann den Schüler aus dem Ausland zu entsprechender Stufe oder zum entsprechenden Semester qualifizieren, unter Berücksichtigung des Alters des Schülers, Entscheidung dessen Eltern oder der Aussage des Schülers selbst, falls der volljährig ist.

Ausländer die der Schul- o. Lehrpflicht unterliegen, die die polnische Sprache nicht beherrschen, oder unzureichend für den Lernprozess kennen, haben Recht an zusätzlichen Polnischunterricht.

Ein zusätzliches Studium der polnischen Sprache wird von der für den Wohnort des Ausländers zuständigen Gemeinde oder LRA organisiert. Die Nutzung zusätzlicher Polnischkurse durch Ausländer ist nicht zeitlich begrenzt. Ausländer können für einen Zeitraum von 12 Monaten auch an zusätzlichen Kompensationskursen in einem bestimmten Fach teilnehmen. Die Gesamtanzahl der Zusatzunterrichten im Polnischen und in den Kompensationsunterrichten darf 5 Stunden pro Woche nicht überschreiten.

Verwaltungsorgane, die öffentliche und nicht-öffentliche Schulen verwalten, können Vorbereitungsabteilungen für ausländische Schüler einrichten. Die Einführung dieser Organisationsform zielt darauf ab, die Effektivität der Ausbildung von Personen zu fördern, die an ausländischen Bildungssystemen teilgenommen haben.

Die Mittel, die zur Umsetzung der oben beschriebenen Lösungen benötigt werden, werden durch die Bildungssubvention (Verordnung des Ministers für nationale Bildung über die Aufteilung der allgemeinen Bildungssubvention für lokale Staatseinheiten) gedeckt.

Schüler-Ausländer, die der Schul- o. Lehrpflicht unterliegen, die aber die polnische Sprache nicht beherrschen, oder unzureichend für den Lernprozess kennen, haben Recht auf Unterstützung durch eine Person, die die Sprache des Herkunftslandes beherrscht; in Form eines Hilfslehrers, der aber nicht länger als 12 Monate vom Schuldirektor eingestellt wird. 
 

Für Schüler-Ausländer, die der Schul- o. Lehrpflicht unterliegen, können die diplomatischen oder konsularischen Vertretungen oder die Kultur- und Bildungskörperschaften des Herkunftlandes die Sprach-u. Kulturlehre des Herkunftlandes in der Schule organisieren, im Einverständnis mit dem Schuldirektor und der Zustimmung des verwaltenden Organs.


Vorgesehen wurden Erleichterungen für Personen, die keine polnischen Staatsbürger sind und externe Prüfungen ablegen.

Ein Student oder ein Absolvent, der nur geringe Kenntnisse der polnischen Sprache besitzt, u. dem es schwierig macht den Lesetext zu verstehen. Er / Sie kann kommen zum/r:

Zum Teil 1 oder Teil II der Gymnasium-Prüfung - angepasst in Bedingungen und Form an seine Bildungsbedürfnisse und psychophysische Fähigkeiten, aufgrund der positiven Entscheidung des pädagogischen Rates;
Zur Reifeprüfung - mit Ausnahme der Reifeprüfung im Polnischen und einer gegenwärtigen Fremdsprache - angepasst in Bedingungen und Form an seine Bildungsbedürfnisse und psychophysische Fähigkeiten, aufgrund der positiven Entscheidung des pädagogischen Rates;

Die Anpassung von Formen der Sekundärschul(Gymnasium)- u. Reifeprüfung besteht auf Vorbereitung der Sonderprüfungsvorlagen, die an die Bedürfnisse des Schülers angepasst werden, dem das Sprachmangel am Polnischen das Leseverstehen erschwert.

 

Die Anpassung von Bedingungen der Durchführung der Sekundärschul- u. Reifeprüfung besteht u.a. auf Anwendung entsprechender didaktischen Mitteln (z.B. das zweisprachige Wörterbuch), oder entsprechender Verlängerung der Prüfungsdauer.

 
Seit dem Schuljahr 2018/19 werden diese Erleichterungen auch an den Achtklässler angewendet.


Bis zum 10. September des Schuljahres, in dem die äußeren/externen Prüfungen durchgeführt werden sollen, bestimmt der Direktor der Zentralen Prüfungskommission in seiner Kommunique die Einzelheiten der Anpassung an die Sekundärschul(Gymnasiums)- u. Reifeprüfung für Schüler, die dies benötigen.

 

Nützliche Materialien zur Unterstützung von Schülern aus dem Ausland finden Sie auf der Website des Education Development Center  sowie auf der Website des Zentrums für die Entwicklung der Polnischen Bildung im Ausland.

 

Polnisch als Fremdsprache in den Vorbereitungsabteilungen: Verordnung des Ministers für Nationale Bildung vom 18.02.2011 über das Rahmenprogramm für Studiengänge für Polnisch für Ausländer (Gesetzblatt Nr. 61, Pos. 306)